Barracuda Championship: Das Glück ist mit den Mutigen

Der Golfspieler Alex Knappe lächelt und hat seine Hände an seiner Hüfte

Im Schatten der 152. Open spielt die „zweite Reihe“ am kommenden Wochenende bei der Barracuda Championship. Neben dem interessanten Platz, der von Jack Nicklaus designt wurde, ist das Turnier vor allem durch seinen Modus interessant: Das Modified Stableford Format.

Die Barracuda Championship wird seit 1999 jährlich veranstaltet. Austragungsort ist seit 2020 der Tahoe Mountain Club (Old Greenwood) in Truckee, Kalifornien. Und dieser Kurs könnte erneut ein Sprungbrett für einen Newcomer oder bereits etablierten Spieler aus der zweiten Reihe sein. Denn die Elite des Golfsports tritt – wie auch im vergangenen Jahr – zeitgleich bei der „The Open“ im Royal Troon Golf Club in Schottland an.

Ein Traumkurs im Jack-Nicklaus-Design

Der Jack Nicklaus Signature Golf Course liegt auf einem 600 Hektar großen Wald- und Wiesenland der Sierra Nevada. Der eigentliche Par 72 Parklandkurs mit seinen üppigen Bäumen und einigen Wasserhindernissen ist wirklich atemberaubend. Viele Bunker, welliges Gelände und große Grüns zeichnen den Platz aus.

Der Golfspieler Cameron Smith bei der Barracuda Championship
(Foto: AFP)

Hier ist präzises Spiel gefragt. Allerdings laden auch einige Par 4 Bahnen mit knapp über 300 Metern dazu ein, das Grün direkt anzugreifen. Mit seinen 7.480 Yards/6.839 Metern gehört der Platz nicht zu den kurzen auf der Tour. Aufgrund der Höhenlage in der Sierra Nevada ist allerdings der Ballflug deutlich länger als sonst. Aus diesem Grund wird der Platz für die Profis auch als Par 71 Kurs gespielt. Hier wird man einige spektakuläre Schläge erwarten können.

Kein typisches Zählspiel

Das Turnier wird im sogenannten „Modified Stableford Format“ gespielt. Anstatt wie beim typischen Zählspiel die Gesamtzahl der ausgeführten Schläge zu zählen, werden dabei basierend auf der Anzahl der an jedem Loch ausgeführten Schläge Punkte ermittelt. Gutes Spiel bringt Punkte, schlechtes Spiel zieht Punkte ab.

Im Gegensatz zum Zählspiel, bei denen das Ziel darin besteht, die niedrigste Schlagzahl zu erzielen, geht es beim modifizierten Stableford Format darum, die höchste Punktzahl zu erreichen. Die Anzahl der für jedes Loch vergebenen Punkte wird anhand des Vergleichs der Anzahl der Schläge mit dem Par ermittelt. Sobald ein Spieler ein Doppelbogey hat, darf er seinen Ball aufnehmen, da es ihm nicht mehr möglich ist, an diesem Loch Punkte zu erzielen.

Im Einzelnen werden folgende Punkte vergeben:

-3 Punkte für Doppelbogey oder schlechter

-1 Punkt für einen Bogey

0 Punkte für ein Par

+2 Punkte für ein Birdie

+5 Punkte für ein Eagle

+8 Punkte für ein Albatros bzw. Double Eagle

Risiko wird belohnt

Die Strategie der Profis lässt sich im modifizierten Stableford-Format in den meisten Fällen in drei Worten zusammenfassen: Go for it. Dieses Punkteformat belohnt das Eingehen von Risiken auf der Runde. Wenn der Spieler beispielsweise mit einem Carry-Over-Wasser konfrontiert ist, das er normalerweise nicht wagen würde, stellt das Modified-Stableford-Format für ihn einen Anreiz dar, es dennoch zu versuchen.

Denn ein Birdie bringt doppelt so viele positive Punkte (2) wie ein Bogey Strafpunkte (-1).

Eagles bieten enorme Gewinne (5 Punkte) und das Schlimmste, was einem Spieler passieren könnte, wäre ein Doppelbogey (-3 Punkte), an dem er seinen Ball aufheben und zum nächsten Loch weiterspielen könnte. Die Spieler, die einige Bogeys, aber auch viele Birdies oder Eagles machen, stehen am Ende am besten da.

Im Schatten der großen Namen

Golf Fans suchen an diesem Wochenende vergeblich nach den ganz großen Namen der Golfszene. Diese haben sich ausnahmslos bei der 152. Open eingefunden, wo die Top 40 der Weltrangliste geschlossen am Start sind.

Auch der Vorjahressieger Akshay Bathia wird nicht versuchen, den Titel bei der Barracuda Championship zu verteidigen. Zu groß ist der Lockruf aus Schottland, wo es nicht nur um den legendären Claret Jug, sondern auch um ein Gesamtpreisgeld von mehr als 18 Millionen US-Dollar geht.

Akshay Bhatia mit der Trophäe bei der Barracuda Championship
(Foto: AFP)

Beim üblichen „Monday Qualifier“ Turnier hat es in diesem Jahr Beau Forest geschafft, sich für die Barracuda Championship zu qualifizieren. Der Fulltime als Software Ingenieur bei Hewlett Packard arbeitende Amerikaner spielte eine 65 und gewann damit überraschend die Starberechtigung für das Turnier.

4 Million US-Dollar Preisgeld

Die Experten sehen den Kanadier Taylor Pendrith sowie die US-Amerikaner Johannes Veerman, Beau Hossler, Mark Hubbard und den professional Newcomer Neal Shipley auf der Favoritenliste für das bevorstehende Turnier.

Shipley hat bereits als Amateur gute Ergebnisse nach Einladungen auf die PGA Tour gezeigt und war sogar ein Mal in den Top 10. Er ist gerade erst in das Profilager gewechselt und hat somit nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Aber wieso sollte es nicht auch mal einer der deutschen Spieler schaffen?

Acht deutschsprachige Spieler am Start

Am kommenden Wochenende werden die deutschen Spieler Alexander Knappe, Matti Schmid, Marcel Schneider, Hurly Long, Max Rottluff und Max Kieffer am Start sein. Außerdem wieder die Österreicher Matthias Schwab und Lukas Nemecz. Eine gute Gelegenheit, sich in der Weltrangliste nach vorne zu arbeiten und eventuell einige FedEx Cup Punkte zu sammeln.

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