Genesis Championship: An besiegt Kim im Playoff-Duell der Topfavoriten

An-Byeong Hun mit dem Pokal für den Gewinn der Genesis Championship

Auf der DP World Tour ist die reguläre Saison mit dem Event in Südkorea zu Ende gegangen. Bei ihrem Heimturnier standen sich die beiden Topfavoriten Byeong Hun An und Tom Kim letztlich in einem Playoff gegenüber, das der Veteran gegen den Youngster gewann. Hinter den Lokalmatadoren wurde um die Playoffs und die Tourkarten für die nächste Saison gekämpft.

Zu den sogenannten Bubble Boys, die um ihre Spielberechtigung zittern mussten, gehörte auch Ivan Cantero. Im Race to Dubai belegte er vor der Genesis Championship den 117. Platz. Weil nach dem Turnier nur die besten 114 eine Tourkarte erhielten, musste er zwingend punkten. Unter diesem Druck lieferte er auf dem Par-72-Kurs im Jack Nicklaus Golf Club eine herausragende Auftaktrunde von 66 ab – und übernahm damit sogar die Führung.

Dann legte der spätere Champion los. Nach einer 67 am Donnerstag eroberte An am Freitag mit einer 66 die Spitzenposition. Am Samstag kam er jedoch nicht über eine 71 hinaus, sodass Kim gleichziehen konnte. Mit einem Zwischenergebnis von zwölf unter Par gingen die beiden ins Finale. Einen Schlag dahinter folgte ein Trio, das aus Ricardo Gouveia, Francesco Laporta und Antoine Rozner bestand. Für Gouveia ging es ebenfalls noch um die Tourkarte, für Laporta um die Playoffs.

Wechselspiel an der Spitze, Playoff-Duell um den Heimsieg

Am Sonntag mischte sich auch noch Rasmus Neergaard-Petersen in das Titelrennen ein. Die sechs Kandidaten wechselten sich immer wieder in unterschiedlichen Kombinationen an der Spitze ab. Bis zu fünf Spieler teilten sich zwischenzeitlich die Führung. Erst spät auf den Back Nine konnten sich An, Kim und Gouveia ein wenig von ihren Konkurrenten absetzen.

Gouveia brachte als Erster ein Gesamtergebnis von −16 ins Clubhaus. Die beiden Lokalmatadoren hatten noch ein Loch zu spielen. An stand ebenfalls bei −16, Kim führte mit −17. Letzterer hielt deshalb auf dem abschließenden Par-5-Loch alle Trümpfe in der Hand, verpasste mit seinem Abschlag aber das Fairway. Trotzdem erspielte sich Kim einen Birdie-Putt aus gut zwei Metern. Diesen musste er lochen, um ein Playoff zu vermeiden, denn An hatte bereits mit einem Birdie die Schlussrunde von 67 und das Gesamtergebnis von −17 perfekt gemacht. Weil der Versuch sein Ziel jedoch verfehlte, wurde ein Stechen nötig.

Dafür ging es zurück zum 18. Abschlag. Erneut schien der Vorteil auf Kims Seite, denn diesmal traf er im Gegensatz zu seinem Gegner das Fairway. Doch sein Annäherungsschlag misslang und er fand sich in einer unangenehmen Hanglage wieder, aus der es kein Entkommen gab. Weil er im Anschluss auch noch seinen kurzen Par-Putt vorbeischob, hatte An leichtes Spiel. Mit einem Birdie sicherte er sich seinen zweiten Sieg auf der DP World Tour – und den ersten seit 2015.

Trio lässt Gefahrenzone hinter sich

Gouveia verpasste zwar das Playoff um einen Schlag, freute sich aber trotzdem riesig über seinen alleinigen dritten Rang. Denn im Race to Dubai sprang er damit vom 154. auf den 100. Platz und verdiente sich die Tourkarte für die nächste Spielzeit. Zu den großen Gewinnern gehörte auch Cantero, der letztlich geteilter Sechster wurde und damit in der Saisonwertung vom 117. auf den 99. Rang kletterte. Außerdem rettete sich Marco Penge mit einem geteilten 22. Platz bei der Genesis Championship aus der Gefahrenzone.

Weiter vorne gab es im Kampf um die Playoffs noch größere Verschiebungen. Aus den Top 70, die sich für die Abu Dhabi HSBC Championship qualifizieren, fielen mit Matthew Baldwin, Alfredo García-Heredia, Joost Luiten, Adrien Saddier und Sean Crocker fünf Spieler heraus. Dafür rückten neben Laporta auch Casey Jarvis, Brandon Stone, Nicolai Højgaard und Gavin Green auf.

Schneider und Schwab retten sich, Schott nicht

Zu den Spielern, die nun in die Qualifying School müssen, gehört erneut Freddy Schott. Der Deutsche hatte den 114. Rang im Race to Dubai belegt, scheiterte bei der Genesis Championship jedoch am Cut und fiel dadurch auf den 117. Platz zurück. Seine Landsmänner Hurly Long (T27) und Max Rottluff (T49) schafften es zwar ins Wochenende, erreichten aber nicht die Spitzenergebnisse, die für die Tourkarte nötig gewesen wären. Alexander Knappe und der Österreicher Lukas Nemecz verpassten sowohl den Cut als auch das sportliche Wunder. Nick Bachem musste nach einer Runde erneut aufgeben.

Ein Golfer schlägt nahe dem Rough mit dem Eisen

Bester Deutscher in Südkorea war Marcel Schneider, der den geteilten 14. Rang belegte und sich damit endgültig rettete. Auch der Österreicher Matthias Schwab (T49) hat die Tourkarte für die nächste Saison sicher. Max Kieffer (T38) und der Schweizer Joel Girrbach (T44) waren schon durch, verdienten beim Saisonabschluss aber nochmal Preisgeld. Yannik Paul scheiterte zwar am Cut, wird aber trotzdem beim ersten Playoff-Event in der kommenden Woche dabei sein.

Fotos: AFP

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