Golfen in Schweden: Die Top-Anlage des Golf Club Barsebäck

Etwa 20 Kilometer nördlich von Malmö liegt die Spitzenanlage des Golf Club Barsebäck. Unser Autor hatte zuletzt die Gelegenheit, diesen Platz einmal zu spielen.
Schweden ist nicht nur eine Wintersport-, sondern auch eine Golfnation. Was liegt näher, als auch mal einen Abstecher über die Ostsee zu wagen, um die Schläger zu schwingen. Von Rostock aus kommend, kann man in ein paar Stunden nach Trelleborg (Schweden) übersetzen und hat gleich nach der Ankunft eine Vielzahl von Plätzen rund um Malmö in unmittelbarer Nähe. Man kann auch nach Geedser (Dänemark) übersetzen und muss dann allerdings noch ca. zwei Stunden fahren, um dann in Malmö zu landen.
Premium-Standard wird weiter ausgebaut
In Barsebäck wurde im Jahr 2003 bereits der Solheim Cup ausgetragen, so dass man davon ausgehen kann, dass es sich um eine hervorragende Anlage handelt. Am Standard hat man offensichtlich festgehalten. Barsebäck wurde erst vor kurzem durch einen großen Investor aus Göteborg übernommen. Dieser möchte den ohnehin bereits hohen Qualitätsanspruch noch steigern und die Anlage zur besten in Schweden machen. Die Voraussetzungen hierfür sind auf alle Fälle vorhanden.

Die Gastronomie bietet von der Terrasse einen herrlichen Blick auf die Ostsee und einige Bahnen des Ocean Kurses. Darüber hinaus einen Pool, in dem man sich nach einer heißen Runde abkühlen kann. Das Personal ist überaus freundlich und die Speisekarte bietet eine große Auswahl.
Die Anlage verfügt über hervorragende Trainingseinrichtungen. Die Range hat Abschläge im Freien und auch überdachte Abschlagboxen, die darüber hinaus mit einem Trackman-System ausgestattet sind. Einziges Manko: Es gibt nur Abschläge von Matten und das Ende der Range ist nach etwa 220 Metern durch ein Fangnetz begrenzt, weil dahinter eine Bahn verläuft. Longhitter müssen den Drive quer über die Range spielen.
Golf in Schweden ein Volkssport?
Im Bereich vor dem Golfsekretariat und dem gut ausgestatteten Proshop findet man zwei Putting Grüns. Parallel zu Bahn 18 des Pine Kurses ist auch noch eine große Pitching-Area und einen Drei-Loch-Platz vorhanden. Insgesamt macht das Trainieren hier wirklich Spaß.
Auffallend ist, dass bei Wind und Wetter extrem viele jugendliche Spieler auf der Anlage zu sehen sind. Golf ist anscheinend ein Volkssport in Schweden. Hier geht es nach der Schule oder dem Kindergarten im Sommer eben auf den Golfplatz.

Auf dem Pine Kurs spielt man – wie der Name bereits andeutet – durch einen Pinienwald. Die Bahnen sind teilweise recht eng, aber nicht unfair. Rough ist bedingt durch den Baumbestand relativ wenig vorhanden, so dass man auch verzogene Bälle in den meisten Fällen findet und weiter spielen kann.
Die zahlreich vorhandenen Bunker erhöhen den Anspruch des Platzes, der mit 5.650 Meter von Gelb und 4.760 Metern von Rot nicht allzu lang ist. Longhitter werden hier nur selten den Driver zücken. Die Länge sollte aber nicht täuschen, denn die Grüns sind teilweise stark onduliert und pfeilschnell. Insgesamt präsentiert sich die Anlage – auch nach einem starken Regen – in einem Top-Zustand. Man geht wie auf einem Teppich.
Hybrid-Kurs mit Wald- und Links-Elementen
Der Ocean Kurs erhielt seinen Namen, da einige Bahnen direkt an der Ostsee entlang gespielt werden. Er ist schon aufgrund seiner Länge von 6.020 Metern von Gelb und 5.285 Metern von Rot anspruchsvoller zu spielen. Man kann ihn als „Hybrid-Kurs“ bezeichnen, denn einige Bahnen gehen wie beim Pine Kurs durch den Wald. Die Bahnen an der Ostsee entlang haben hingegen einen gewissen Links-Charakter.

Da manche Bahnen auf dem Ocean Kurs deutlich breiter sind, kommt der Driver auf diesem Kurs öfter zum Einsatz. Vor allem auf den in der Regel vom Ostsee-Wind tangierten Bahnen unmittelbar am Meer wird schon Länge vom Abschlag benötigt. Allerdings besteht dann auch die Gefahr, einen der Topfbunker in der Landezone zu erwischen, was das Ganze dann wiederum erheblich erschwert.
Da die Anlage auch über tolle Übernachtungsmöglichkeiten, so dass man vom Zimmer aus direkt auf den Golfplatz kann. Mit ca. 100 EUR Greenfee sind die Plätze nicht besonders günstig. Aber wenn man im Bereich Malmö Golfurlaub macht, ist die Anlage unbedingt einen Abstecher wert.
Fotos: Jens Albrecht